Also zuerst mal; bitte wie haesslich ist das Gelb denn?
Und jetzt, weil 4 Wochen bald vorbei sind und ich meinen eigenen Vorschlag ja ungern haengen lasse: der (relativ kurze) allgemeine Zwischenstand.
New York, jaja. Grosse Stadt, und so. Tatsaechlich. Ich hatte mit weniger Kulturschock gerechnet, aber es hat einen doch die ersten Tage wieder mal gut vom Hocker gehauen. Uni-bedingt ging es in ein Hostel in Harlem, wo gerade die 'gentrification-frontier' verlaeuft, d.h. man kann gleichzeitig schicke cupcake stores und 'crack-delis' (Name wohl selbsterklaerend) beobachten. Irgendwie hat sich die Illusion, dass Wohnungssuche total einfach ist, ziemlich lange gehalten, so dass die ersten Tage wahrhaft furchtbar waren. Und wenn ich furchtbar meine, dann meine ich 'abysmal', abgrundtief furchtbar! Nach geschaetzten 7 oder 8 extrem miesen Wohnungen war die neunte dann, zum selben Preis, extrem genial, und so wohne ich jetzt zusammen mit zwei wunderbaren Amis in Sugar Hill / Harlem (145st and Edgecombe Ave). Falls es ich schaffe, haenge ich ein Foto an.
Das ganze hat fast eine Woche gedauert, sodass das Uni-Orientierungsprogramm direkt nach dem Einzug begann. Orientierung ist meistens nicht so lustig, so auch in diesem Fall (aber gutes Essen gab's). Nach Labor Day hat dann die Uni angefangen; die ersten 2 Wochen macht man 'shopping', d.h. in viele Kurse reingehen und sich anschauen was einem gefaellt. Ich mache jetzt nur Political Science Kurse, und die sind so genial, dass man dafuer die eine oder andere Ueberstunde schon in Kauf nehmen kann. Tatsaechlich stimmt das 'Vorurteil' mit der Dienstleistungsmentalitaet der Professoren, und sowieso ist das ganze (wie vorherzusehen war) sehr gehegt und gepflegt (kostenloser Auto-Eskortierservice 24/7 fuer Leute die nachts Angst haben rumzulaufen, eigenes Postfach, und lauter so unnuetzes Zeug. Da habe ich lieber ein billiges Bildungssystem!). Leider kostet das ganze absurd viel Zeit; die meisten Sachen sind zwar fachlich einfach, aber es gibt fuer jeden Kurs 'reading requirements', und die sind ungefaehr so krank wie Mr. Burns in der einschlaegig bekannten Simpsons-Folge. Macht nichts, wenn den jetzt keiner versteht. Als Folge davon habe ich bisher nur sehr sporadisch Nutzen aus der Metropole gezogen. Klar, alles ist immer offen, ein paar gute Konzerte (trentemoller, of montreal (schon wieder!)) waren drin, aber man verbringt doch 90% der Tagezeit auf dem Campus, der ja auch ganz nett ist. Mal sehen inwieweit sich das noch aendert, aber ich sag mal: Was erleben kann man auch spaeter, die wirklich grossen Erleuchtungen im Leben hat man doch in der Bib!
Geilerweise bin ich in einen superlustigen a-capella-jungschor reingerutscht, der so im klassischen Ami-College-Style schmutzige Lieder (in klassischer Form) singt. Die Leute sind im Vergleich zu den sonstigen Studenten (die, ehrlich gesagt, ueberkrasse Karrierekiddies sind) ziemlich lustig, wir machen im Semester ein paar Konzertroadtrips an andere Unis, und proben ziemlich viel. Wer noch nicht zuviele schlechte Internetseiten gesehen hat heute: googlen nach columbia kingsmen.
Apropos, muss jetzt zur Probe, von daher, bis spaeter!
Ich wuensche euch allen eine grossartige Zeit, und freue mich schon darauf, euch bei einem guten fraenkischen Pils im Kraftraum wiederzusehen!
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